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Reliquie Digital in Wunstorf: Kunst zwischen Bildschirm und Glaube

Reliquie Digital in Wunstorf: Kunst zwischen Bildschirm und Glaube. Foto: Ivan Milenkovic
Reliquie Digital in Wunstorf: Kunst zwischen Bildschirm und Glaube. Foto: Ivan Milenkovic

Wunstorf – Reliquie Digital in Wunstorf: Ausstellung in der Stadtkirche von Ivan Milenkovic. Milenkovic orientiert sich in seinen großformatigen Ölgemälden an der Bildsprache der Alten Meister.

Ausstellung startet Ende Juni in Wunstorf

In der Stadtkirche St. Bartholomäi in Wunstorf beginnt am Sonntag, 28. Juni 2026, um 15 Uhr die Ausstellung „Reliquie Digital“ des hannoverschen Künstlers Ivan Milenkovic. Die Schau ist Teil der Reihe „Kunst im Turm und in der Kirche“ 2026 und verbindet Motive alter Malerei mit Fragen des digitalen Zeitalters.

Alte Meister treffen auf das Licht von Smartphones

Milenkovic orientiert sich in seinen großformatigen Ölgemälden an der Bildsprache der Alten Meister. Seine Werke erinnern an Rembrandt, Vermeer und die Malerei der Romantik. Als wichtige Inspiration nennt er die barocke Hell-Dunkel-Malerei, das Chiaroscuro. Auf seinen Bildern werden Figuren oft allein vom Licht eines Smartphones, Tablets oder Laptops beleuchtet. So entstehen starke Kontraste. Das Licht kommt nicht mehr von Kerzen oder Fenstern, sondern von digitalen Bildschirmen. Die dargestellten Menschen wirken zugleich verbunden und isoliert. Genau dieses Spannungsfeld greift die Ausstellung auf.

Was heute Halt gibt

Im Mittelpunkt steht die Frage, was Menschen Sicherheit gibt und was sie miteinander verbindet. Die Ausstellung knüpft dabei an historische Vorbilder an. Im Mittelalter trugen Menschen Reliquien, Schutzsymbole oder persönliche Erinnerungsstücke bei sich. Sie standen für Halt, Hoffnung und Zugehörigkeit.

„Reliquien waren früher Zeichen von Schutz und Hoffnung“, erklärt Anja Emmanouilidis, eine der Kuratorinnen der Ausstellung. Sie zieht die Verbindung in die Gegenwart: „Heute übernehmen digitale Geräte oft ähnliche Funktionen. Smartphones verbinden uns mit Familie und Freunden, bewahren Erinnerungen und vermitteln Orientierung im Alltag. Mit der Ausstellung möchten wir darüber ins Gespräch kommen, was Menschen im 21. Jahrhundert Halt gibt.“

Auch Kurator Hans Heinrich Hanebuth sieht eine deutliche Parallele zur Kunstgeschichte. „Viele Bilder erinnern an die ruhige, intime Atmosphäre bei Vermeer. Damals fiel das Licht durch Fenster in den Raum, heute erhellen Smartphones die Gesichter der Menschen. Das verändert nicht nur die Bildwirkung, sondern erzählt auch etwas über unsere Zeit.“ Emmanouilidis und Hanebuth begleiten die Ausstellungsreihe in der Stadtkirche Wunstorf seit mehreren Jahren gemeinsam.

Besucher werden Teil der Installation

Ein besonderer Teil von „Reliquie Digital“ ist eine partizipative Installation. Besucher können einen persönlichen Gegenstand mitbringen, der ihnen Trost, Sicherheit oder Orientierung gibt. Diese Objekte werden fotografiert, direkt ausgedruckt und anschließend Teil einer wachsenden Installation im Kirchenraum. Alternativ können die Gegenstände auch gezeichnet oder beschrieben werden.

Im Verlauf der Ausstellung entsteht so ein gemeinsames Archiv persönlicher „Reliquien“. Es versammelt Zeichen von Erinnerung, Schutz, Hoffnung und menschlicher Verbundenheit. Die Stadtkirche wird damit nicht nur zum Ausstellungsort, sondern auch zu einem Raum für Austausch über die Frage, was Menschen heute trägt.

Termine und Öffnungszeiten

Die Vernissage ist am Sonntag, 28. Juni 2026, um 15 Uhr. Die Finissage folgt am Sonntag, 9. August 2026, um 16:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Bis 19. Juli 2026 gelten Sonderöffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag 15-18 Uhr, Freitag 10-12 Uhr, Sonntag 13-17 Uhr. Regulär ist die Ausstellung Dienstag und Mittwoch von 15-17 Uhr, Donnerstag von 15-18 Uhr sowie Freitag von 10-12 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen stehen auf www.forum-stadtkirche.de.

WCN/aw – Reliquie Digital in Wunstorf