Wunstorf – Großbrand auf Vion-Gelände in Wunstorf: Rund 300 Einsatzkräfte kämpften fast 19 Stunden gegen das Feuer auf dem früheren Areal.
Feuerwehr kämpft fast 19 Stunden gegen Großbrand
Ein Großbrand auf dem ehemaligen Vion-Gelände in Wunstorf hat seit Sonntagabend einen der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Zeit ausgelöst. Gegen 23:15 Uhr gingen bei der Feuerwehr zahlreiche Notrufe aus der Bevölkerung ein. Auch mehrere Lokführer meldeten eine starke Rauchentwicklung in dem Bereich.
Schon beim Eintreffen stand die Halle großflächig in Flammen
Als die ersten Einsatzkräfte ankamen, zeigte sich schnell das Ausmaß des Feuers. Eine Lagerhalle brannte in weiten Teilen. Dichter Rauch stieg mehrere hundert Meter in den Nachthimmel auf und war weit über die Stadtgrenzen hinaus zu sehen. Aus zahlreichen Öffnungen des Gebäudes schlugen Flammen.
Wegen der Lage wurden umgehend weitere Kräfte und die örtliche Einsatzleitung nach Wunstorf alarmiert. Im Laufe des Einsatzes waren rund 300 Einsatzkräfte vor Ort. Neben den Feuerwehren der Stadt Wunstorf kamen auch zahlreiche Einheiten aus anderen Kommunen zur Unterstützung.
Großeinsatz mit Drehleitern, Drohne und Spezialtechnik
Für die Löscharbeiten wurden drei Drehleitern aus Wunstorf, Neustadt und Garbsen eingesetzt. Unterstützt wurden die Wunstorfer Kräfte außerdem von Löschzügen aus Neustadt und Garbsen. Hinzu kamen der Wasserförderzug der Stadtfeuerwehr Wunstorf und weitere Spezialeinheiten, um die Wasserversorgung und den hohen Personalbedarf zu sichern.
Damit genug Löschwasser an die Einsatzstelle und zu den Drehleitern kam, verlegten die Kräfte rund sechs Kilometer Schlauchleitungen. Das Wasser wurde aus mehreren Richtungen über Hydranten und leistungsstarke Pumpensysteme herangeführt.
Zur Unterstützung der Einsatzleitung stieg auch die Drohneneinheit der Regionsfeuerwehr Hannover auf. Die Luftbilder halfen dabei, die Ausbreitung des Brandes besser einzuschätzen und die Wirkung der Maßnahmen zu kontrollieren.
THW, Johanniter und Flughafenfeuerwehr unterstützen
Auch Fachberater waren im Einsatz. Ein Fachberater Sanitätsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützte die Einsatzleitung bei medizinischen Fragen und bei der Absicherung der Feuerwehrleute. Die Johanniter-Unfall-Hilfe Wunstorf übernahm während des gesamten Einsatzes die Verpflegung der Kräfte.
Zur Beurteilung der Lage wurde außerdem der Fachberater des THW-Ortsverbands Wunstorf hinzugezogen. Am Morgen kamen zusätzlich THW-Baufachberater dazu. Sie empfahlen, Gebäudeteile niederzulegen. Insgesamt waren fünf Fachberater des THW im Einsatz.
Eine besondere Premiere gab es bei der Ortsfeuerwehr Großenheidorn. Erstmals wurde das neue Hochdruck-Schneid- und Löschsystem „Cobra“ unter realen Bedingungen eingesetzt. Es ermöglichte eine gezielte Brandbekämpfung in Bereichen, die sonst nur schwer erreichbar gewesen wären.
Zusätzlich forderte die Einsatzleitung ein Großfahrzeug der Flughafenfeuerwehr des Fliegerhorstes Wunstorf an. Die zusätzliche Technik half vor allem wegen der Größe des Objekts und der schwierigen Lage.
Dach teilweise kontrolliert abbrennen lassen
Im weiteren Verlauf entschied die Einsatzleitung, Teile der Dachkonstruktion kontrolliert abbrennen zu lassen. So konnte das Feuer gezielter bekämpft werden. Gleichzeitig sollte verhindert werden, dass Feuerwehrleute durch die bereits geschwächte Dachkonstruktion unnötig gefährdet werden.
Der Gefahrgutzug der Feuerwehr Neustadt überprüfte mit einem Messfahrzeug an zahlreichen Punkten in umliegenden Ortschaften und im Stadtgebiet die Luft. Dabei wurden keine gesundheitsgefährdenden Werte festgestellt. Nach Angaben der Feuerwehr bestand für die Bevölkerung zu keiner Zeit Gefahr, auch wenn Rauch und Brandgeruch deutlich wahrnehmbar waren.
Ein Feuerwehrmann leicht verletzt, Ermittlungen laufen
Wegen der starken Rauchentwicklung informierten die Behörden die Bevölkerung über Warnsysteme. Vor allem in mehreren Ortschaften sollten Fenster und Türen geschlossen bleiben sowie Lüftungs- und Klimaanlagen ausgeschaltet werden. Im Verlauf des Einsatzes wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Er wurde vom Rettungsdienst betreut.
Am Montagnachmittag waren noch 100 Einsatzkräfte vor Ort. Teile des Gebäudes wurden kontrolliert abgetragen, um eine Destabilisierung des Schornsteins zu verhindern und weitere Gefahren auszuschließen. Parallel liefen Nachlöscharbeiten und die Suche nach Glutnestern. Um 18:10 Uhr hieß es nach rund 19 Stunden schließlich „Feuer aus“. Heute Abend wurde zusätzlich eine Brandnachschau durchgeführt und die gesamte Einsatzstelle mit einer Wärmebildkamera kontrolliert.
Zur Brandursache und zur Höhe des Sachschadens gibt es derzeit noch keine Angaben. Die Ermittlungen der zuständigen Behörden dauern an.













