
Wunstorf – Das CIMIC-Rollenspiel in Wunstorf stärkt bei QUADRIGA 2026 den Austausch zwischen Johannitern, Bundeswehr und zivilen Partnern.
Übung bei den Johannitern in Wunstorf
Im Rahmen der NATO-Übung QUADRIGA 2026 hat beim Johanniter-Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer ein praxisnahes CIMIC-Rollenspiel stattgefunden. Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen militärischen Kräften und zivilen Organisationen für mögliche Krisen- und Spannungsfälle zu verbessern.
Gemeinsames Lagebild für Krisensituationen
Im Mittelpunkt stand die Erstellung eines zivilen Lagebildes. Dabei wurden die Sichtweisen ziviler Akteure aufgenommen, um Sorgen, Bedarfe und Herausforderungen sichtbar zu machen. So sollen militärische Unterstützungsleistungen besser an zivile Anforderungen angepasst werden. Zugleich sollte der Austausch das Vertrauen zwischen den Beteiligten stärken.
Vor Ort arbeitete ein multinationales Sichtungsteam aus Deutschland, Litauen und Kanada. Die Gespräche fanden in englischer Sprache statt und wurden von einem Dolmetscher begleitet, damit die Verständigung reibungslos und präzise verlief.
Johanniter als wichtiger Partner im Bevölkerungsschutz
Ein Schwerpunkt des Austauschs war die Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe als wichtigem Akteur im Bevölkerungsschutz. In den Gesprächen wurden mögliche Szenarien eines Spannungsfalls durchgespielt. Dabei ging es auch um die Frage, welche Wünsche, Erwartungen und Bedarfe die Johanniter in einer solchen Lage haben könnten.
Außerdem wurde besprochen, wie eine wirksame Zusammenarbeit aussehen kann, etwa bei der medizinischen Versorgung, der Logistik oder der Koordination von Hilfsmaßnahmen.
Klare Grenze zur militärischen Einbindung
Ein zentraler Punkt war die klare Feststellung, dass die Johanniter-Unfall-Hilfe ihren Status als Nicht-Kombattant jederzeit bewahren muss. Eine militärische Einbindung der Organisation ist ausgeschlossen. Für die Johanniter ist der Sanitätsdienst der Bundeswehr der gesetzte Partner.
Die Wahrung von Neutralität und Unabhängigkeit bleibt damit eine grundlegende Voraussetzung für die Arbeit der Johanniter. Sie ist auch entscheidend für das Vertrauen der Bevölkerung.
Erkenntnisse aus dem Rollenspiel
Die Übung in Wunstorf hat nach Einschätzung der Beteiligten gezeigt, wie wichtig eine frühe Abstimmung und ein offener Dialog zwischen militärischen und zivilen Akteuren sind. Nur so lässt sich in Krisensituationen effektiv und koordiniert handeln. Das CIMIC-Rollenspiel lieferte dazu wichtige Erkenntnisse und stärkte die Zusammenarbeit auf nationaler wie multinationaler Ebene.
Sebastian von der Haar nahm für die Johanniter an der Übung teil.
Weitere Informationen zum Ortsverband gibt es unter www.johanniter.de/wunstorf.














